Vitamine sind die Guten. Geschichten
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- Amazon-Verkaufsrang: #328008 in Bücher
- Veröffentlicht am: 2007-05-04
- Anzahl Disks: 1
- Originalsprache: Deutsch
- Einband: Taschenbuch
- 181 Seiten
Aus der Amazon-Redaktion
Pressestimmen
»Schöne Worte bemänteln grausame Tatsachen.« (Sächsische Zeitung)
»Ätzender Humor« (Lausitzer Rundschau)
»Gut zuhören sollte man dem wortgewandten Heinrich auf jeden Fall.« (Neue Osnabrücker Zeitung)
Kurier Wien 10.05.2007
Nils Heinrich ist oft in deutschen Comedy-Shows zu Gast. Dann ist er schön böse, und manchmal singt er. [] Seine Kurzgeschichten kann man sich gut auf der Bühne oder im TV vorstellen. [] Theater in Buchform.
Berliner Literaturkritik 30.07.2007
Vieles ist humorvoll, wenn man Nils Heinrich lesend vor sich sieht. Manches ist unterhaltsam, wenn man die Gefühle der Großstadt-Bewohner nachvollziehen kann. Hilfreich ist für das Verständnis, wenn man die Berliner Lesebühnen-Kultur kennt. Ist der Leser allerdings ein Harzbewohner oder wohnt gar im verteufelten Eisenhüttenstadt (den Ort wo man nur mit ungeliebten Menschen reisen sollte), dann können sich diese Geschichten schwer entfalten.
Kundenrezensionen
Der Stuttgarter Till Eulenspiegel
Nils Heinrichs "Alltagsgeschichten" die vom Grönemeyerkonzertbesuch, der unauffindbaren Lohnsteuerkarte oder der Unmöglichkeit eine passende Hose zu finden handeln, haben es bitter-bös in sich. Geradezu Till Eulenspiegelhaft, kindlich-naiv kommt der Ich-Erzähler daher und erweist sich gerade dadurch als scharfsinniger Beobachter mit Feingespür für Alltagskomik. Mal bissig, mal lakonisch erzählend bekommt jeder sein Fett weg- einschließlich des Erzählers, jedoch nicht ohne jene Ironie, die um das -ach allzu Menschliche weiß. Und eben dieses allzu Menschliche vermag Nils Heinrich wortgewandt (allein die Sprache und ihr erfrischender Wortschatzreichtum machen dieses Buch lesenswert) zu karrikieren und uns ein Lächeln über uns selbst abzugewinnen.
Erfreulich
Der Name Nils Heinrich grub sich immer tiefer in mein Gedächtnis, je mehr seiner äußerst witzigen Beiträge ich in der Titanic-Rubrik "Vom Fachmann für Kenner" las. Dann erblickte ich auf der Straße ein Plakat für seinen Bühnenauftritt "Die Abgründe des Nils", verpasste aber leider den Termin. Dafür legte ich mir nun sein Buch "Vitamine sind die Guten" zu.
38 Geschichten auf 181 Seiten erzählen von Harz-Urlauben des im Harz aufgewachsenen Heinrich, von Massenhypnose auf einem Grönemeyer-Konzert, Lebensmittel-Sex mit einer Unbekannten aus dem Internet, den Niederungen des Kleinkunstgeschäfts und Interkulturellem bei Aufenthalten in Orten wie München. Vor allem beinhalten die Texte jede Menge Spleeniges eines Kopfes, dessen skurrile Beobachtungen die Lebenswirklichkeit zeichnen als das, was sie ist: nicht ernstzunehmen. Dennoch wird die Realität in all ihrer Absurdität grausam zuendegedacht.
Nils Heinrich schreibt pointiert, setzt seine dichten und fast durchwegs gelungenen Gags sehr gekonnt, überschreitet oft die Grenze zum Surrealen, ohne dass es affektiert oder affig würde. Freilich besitzt Heinrich in seiner direkten Ausdrucksweise nicht die überspitzte Distanziertheit einer Fanny Müller, nicht die Wucht eines Thomas Kapielski und Kunst eines Max Goldt, dennoch sind seine Geschichten schön komponiert, teils originell erzählt und vor allem überaus kurzweilig. Eine Zufallsauswahl an Seiten ergab die folgenden schönsten Sätze pro Seite: "Denn was da aus der Vorkriegskelle in die Tiefen des Tellers planschte, war trübes Wasser mit Mohrrübenscheiben drinnen." "Meine Oma, die ich noch nie gesehen habe und daher auch in Wirklichkeit für ein Gerücht hielt, welches mein Opa aus irgendwelchen Gründen in die Welt gesetzt hatte, muss die Stube betreten haben." "Ist einer leichtsinnig genug, sich mit dem Ansinnen 'Erholung' in den Park zu setzen, dann warten die Fatburn-Fundis den richtigen Augenblick ab, an dem die Runde vollkommen und am schönsten ist, und kommen in Legionsstärke um die Ecke gepeeßt, eingefärbt mit Farben, die jedes Auge beleidigen, aufgedruckt auf Sportstoffe aus der Weltraumforschung."
Wer mal ordentlich und niveauvoll ablachen will, sollte sich diesen erfreulichen Band aus dem Berliner Satyr-Verlag besorgen.




